Ein bißchen Ruhe und Frieden

"Empathie bedeutet ein respektvolles Verstehen der Erfahrungen anderer Menschen." Was tun, wenn Schmerz unsere Empathiefähigkeit blockiert? "Um Empathie zu geben, brauchen wir selbst Empathie.

Wenn wir abwehrende Gefühle in uns spüren und merken, dass wir keine Einfühlung geben können, dann können wir a) innehalten, atmen, uns selbst Empathie geben, b) gewaltfrei schreien oder c) eine Auszeit nehmen."

Sehr faszinierend finde ich eine Geschichte, die ich wie auch den obigen Text aus dem Buch "Gewaltfreie Kommunikation - Eine Sprache des Lebens" von Marschall B. Rosenberg zitieren möchte:
"Wir können z. B. auch schreien - gewaltfrei. Ich erinnere mich an eine dreitägige Mediation zwischen zwei Gangs, die sich gegenseitig ausrotteten. Eine Gang nannte sich Scharze Ägypter, die andere Polizeidienststelle Ost-St. Louis. Es stand zwei zu eins - insgesamt drei Tote in einem Monat. Nachdem ich drei Tage voller Anspannung versucht hatte, die beiden Gruppen zusammenzubringen, damit sie einander hören und ihre Konflikte lösen konnten, fuhr ich nach Hause und dachte, dass ich in meinem ganzen Leben nie mehr mitten in einem Konflikt stehen wollte.
Das erste was ich sah, als ich durch die Tür ins Haus kam, waren meine Kinder, die sich stritten. Ich hatte keine Energie mehr, um ihnen Empathie zu geben, also schrie ich gewaltfrei: "Hey, ich habe gerade viel Schmerz in mir! Ich will mich jetzt überhaupt nicht mit eurem Streit beschäftigen! Ich will einfach nur ein bißchen Ruhe und Frieden!" Mein älterer Sohn, der damals neun war, hielt inne, schaute mich an und fragte: "Möchtest du drüber sprechen?""

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